Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Püttlingen

2015-09-05-JahreshauptuebungAm Samstag, 05.09.2015, fand die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Püttlingen in Zusammenarbeit mit dem THW Ortsverband Völklingen-Püttlingen und den DRK Bereitschaften Püttlingen und Köllerbach am AWO Wohnheim für Behinderte im Ortsteil Püttlingen statt.

Bevor die Übung begann, erfolgte vor dem Rathaus Püttlingen durch den Wehrführer Thomas Prinz die Meldung an den Chef der Wehr, Bürgermeister Martin Speicher und den Brandinspekteur für den Regionalverband Saarbrücken, Tony Bender.

Die Übungsverantwortlichen hatten die Übung in zwei Übungsabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt wurde folgende Lage angenommen:

Im 2. Obergeschoss des Wohnheims rauchte ein Bewohner trotz Rauchverbots eine Zigarette. Diesmal allerdings fing der unter den Gardinen stehende Papierkorb mit den Zigarettenresten Feuer. Panisch versuchte der Bewohner den Brandgeruch mit Deospray zu überdecken, wodurch es zu einer Stichflamme kam und das Feuer sich im gesamten Zimmer ausbreitete. Durch die starke Verqualmung wurde die Brandmeldeanlage ausgelöst und dadurch die Feuerwehr alarmiert.

Im zweiten Übungsabschnitt kam es zu einem Verkehrsunfall vor dem Wohnheim. Der Fahrzeugführer war derart abgelenkt, dass er mit etwas überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abkam, sich an der Uferböschung überschlug und in Seitenlage im Köllerbach zum Liegen kam.

Als erstes Fahrzeug traf der Kommandowagen (KdoW) mit dem stellvertretenden Wehrführer Ruwen Dumont an der Einsatzstelle ein. Sofort wurde eine erste Erkundung durchgeführt und die nachrückenden Einsatzkräfte in die Lage eingewiesen.

Das nächsteintreffende Fahrzeug war das Kleineinsatzfahrzeug (KEF) des Löschbezirks Püttlingen. Die Besatzung unterstützte bei der Erkundung und richtete die Gesamteinsatzleitung ein. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs des Löschbezirks Püttlingen ging zur Menschenrettung und Brandbekämpfung über das Haupttreppenhaus ins 2. Obergeschoss vor. Die Drehleiter mit Korb (DLK) wurde an einen Balkon angeleitert und so eine Person aus dem Gebäude gerettet. Im Anschluss daran wurde ein Wenderohreinsatz vorbereitet. Das Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) des Löschbezirks Herchenbach wurde ebenfalls im Einsatzabschnitt 1 eingesetzt. Die Einsatzkräfte hatten die Aufgabe, eine nicht gehfähige Person mittels Leiterhebel von einem Balkon zu retten.

Das Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) des Löschbezirks Köllerbach wurde im Bereich des PKW-Brands in der Tiefgarage eingesetzt. Der Angriffstrupp rüstete sich mit Atemschutzgeräten und Hitzeschutzkleidung aus und ging mit einem Mehrzweckschaumrohr zur Brandbekämpfung in die Tiefgarage vor. Das Löschgruppenfahrzeug (LF 8) stellte die Wasserversorgung her, stellte den Sicherungstrupp für das Tanklöschfahrzeug und übernahm die Ausleuchtung der Einsatzstelle. Die Besatzung des Tragkraftspritzenfahrzeugs aus Püttlingen unterstützte bei der Brandbekämpfung, indem ein Leichtschaumgenerator eingesetzt wurde.

Im zweiten Teil der Übung wurden die im Fahrzeug eingeklemmten Personen durch die Besatzung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) gerettet. Da das Fahrzeug mit der Beifahrerseite im Köllerbach lag, gestaltete sich die Rettung der verunfallten Personen etwas schwieriger. Mittels Roll-Glis und Schleifkorbtrage wurden die Personen über die Drehleiter gerettet. Außerdem wurden Ölschlängel ausgebracht, um eventuell austretende Betriebsstoffe aufzufangen.

Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes stauten den Köllerbach vor der Unfallstelle an und leiteten das angestaute Wasser mittels Tauchpumpen hinter der Unfallstelle wieder in den Köllerbach ein. Dadurch konnten die Feuerwehrkräfte weitestgehend im Trockenen arbeiten.

Die geretteten Personen wurden an das Deutsche Rote Kreuz übergeben, die eine Verletzten-Sammelstelle einrichteten. Dort wurden die Personen registriert, betreut, Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet und die Überführung in Krankenhäuser vorbereitet.

Nach der Übung erfolgten die Übungsbesprechung sowie Beförderungen im Feuerwehrgerätehaus Püttlingen. Der Brandinspekteur für den Regionalverband Saarbrücken, Tony Bender, lobte die sehr aufwändige und realitätsnah dargestellte Übung. „Die Übung spiegelt den hohen Ausbildungsstand der Feuerwehr Püttlingen und der beteiligten Hilfsorganisationen wieder. Die Zusammenarbeit aller Übungsbeteiligten funktionierte hervorragend“, so Bender.