IMG-20160322-WA0002Einsatz- und Alarmfahrten mit Blaulicht und Martinhorn bringen für die Fahrer der Fahrzeuge große Risiken mit sich. Immer wieder hört man von Unfällen, bei denen Einsatzfahrzeuge, sei es von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr verwickelt sind. Um solche Einsatzfahrten ohne Gefährdung der Einsatzfahrer und der übrigen Verkehrsteilnehmer zu trainieren, hatten insgesamt 12 Feuerwehrangehörige aus Püttlingen die Möglichkeit, an einem Fahrsimulatortraining teilzunehmen.

In Zusammenarbeit mit der Unfallkasse des Saarlandes und dem Landesfeuerwehrverband konnten an 2 Terminen jeweils 6 Einsatzkräfte ein Fahrsimulatortraining bei der Feuerwehr Homburg besuchen.

 

In einem theoretischen Teil wurde zunächst auf die Unfallstatistik bei Sonderrecht
fahrten sowie auf die rechtlichen Grundlagen zum Thema Sonder- und Wegerechte eingegangen. Danach ging es in den praktischen Teil. Mit dem Simulator wird den Fahrzeugführern ermöglicht, gefahrlos Alarmfahrten zu trainieren und sich auf mögliche Stress- und Gefahrensituationen einzustellen. Hierbei konnten diverse Verkehrssituationen wie Fahrten im Stadtgebiet, auf Land- oder Autobahnen sowie verschiedene Wetterbedingungen nachgestellt werden. Die Fahrten wurden anschließend in der Gruppe besprochen. Ziel war es, das Bewusstsein für unübersichtliche Verkehrssituationen und das unberechenbare Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu schulen. Nach gut 4 Stunden machten sich die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen auf den Nachhauseweg.

1 (3)Am Donnerstag, 12. Mai 2016, wurde die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Püttlingen gegen 16:42 Uhr mit dem Alarmstichwort „Wohnungsbrand mit Menschenrettung“ in die Hermannstraße nach Püttlingen alarmiert. Aufgrund des Alarmstichworts wurden durch die Haupteinsatzzentrale die Löschbezirke Püttlingen, Köllerbach und Herchenbach der Feuerwehr Püttlingen alarmiert.

Bei Ankunft an der Einsatzstelle war in der Hermannstraße bereits eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Die Fensterscheiben des beidseitig angebauten Einfamilienhauses waren im Erdgeschoss aufgrund der starken Hitzeentwicklung bereits geborsten. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, ob sich noch Personen in dem Gebäude befanden. Durch Nachbarn wurde der Einsatzleiter, Wehrführer Thomas Prinz, darüber informiert, dass in dem Haus eine Person wohnt, die sich aber vermutlich auf der Arbeit befindet.

Aufgrund der unklaren Personenlage begab sich direkt ein Trupp zur Menschenrettung in den Innenangriff. Der Innenangriff musste kurzzeitig unterbrochen werden, da die Deckenverkleidung aufgrund der Brandeinwirkung herabstürzte. Da im ersten Moment nicht klar war, ob es sich „nur“ um die Deckenverkleidung oder um die komplette Decke handelte, zog sich der Angriffstrupp kurz zurück. Nachdem klar war, dass es nur die Deckenvertäfelung war, gingen die Einsatzkräfte wieder zur Personensuche vor. Unterstützt wurde der Angriffstrupp durch einen weiteren Trupp unter Atemschutz, der mit einem C-Rohr die Brandbekämpfung einleitete. Die Drehleiter mit Korb befand sich in Anleiterbereitschaft. Nachdem das Feuer soweit gelöscht war, wurde das Gebäude mittels mehrerer Überdrucklüfter belüftet und mit der Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern abgesucht. Im Obergeschoss wurde eine Katze gefunden, für die leider jede Hilfe zu spät kam. Während des Einsatzes waren die Hermannstraße und die Marktstraße für den Verkehr voll gesperrt.

Zur Einsatzkoordination wurde der Einsatzleitwagen (ELW) der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen angefordert. Insgesamt waren 69 Feuerwehrangehörige, der Brandinspekteur für den Regionalverband, 8 Rettungsdienstmitarbeiter (mehrere Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeug), ein Kommando der Polizeiinspektion Köllertal, Einsatzkräfte des DRK, Vertreter der Stadt Püttlingen sowie Vertreter des Energieversorgers an der Einsatzstelle. Die Brandursachenermittlung wurde durch den Kriminaldienst aufgenommen. Das Gebäude ist zurzeit nicht bewohnbar.

Beschaffung von CO-WarnernImmer häufiger hört man folgende Schlagzeilen in den Medien: Familie stirbt an Kohlenmonoxid-Vergiftung“, „Defekter Gasboiler: Vierköpfige Familie erleidet CO-Vergiftung“, o. ä.

Vor diesem Hintergrund beschafften alle drei Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Püttlingen insgesamt acht sogenannte CO-Warnmessgeräte, um ihre Einsatzkräfte noch besser vor den Gefahren dieses tödlichen Gases schützen zu können.
Die Mittel für die Anschaffung dieser Geräte, welche ab sofort die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrangehörigen erweitern, wurden durch die Feuerwehr- bzw. die Fördervereine der einzelnen Löschbezirke zur Verfügung gestellt.

Der Gedanke zur Beschaffung dieser CO-Warnmessgeräte stammte von Martin Chouteau, dem Atemschutzbeauftragten der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Püttlingen, der sich schon seit längerer Zeit mit diesem Thema befasste und ein entsprechendes Konzept ausarbeitete.

Bei den Rettungsdiensten in Deutschland gehören solche Geräte schon lange zur persönlichen Schutzausrüstung. Auch im Saarland ist das Rettungsdienstpersonal seit einiger Zeit flächendeckend entsprechend ausgestattet. Kohlenmonoxid (CO) ist ein giftiges und brennbares Gas, welches mit den menschlichen Sinnesorganen nicht wahrgenommen werden kann. Es entsteht bei fast jeder Verbrennung und kann auch auf verschiedenste Arten und Absichten an Einsatzstellen entstehen oder eingebracht werden. Zwar besitzt die Feuerwehr entsprechende Messtechnik, um diese Gefahren detektieren zu können, jedoch dienen die hier beschafften Geräte zusätzlich der Sicherheit der Einsatzkräfte, welche als erstes am Einsatzort tätig werden.

Ursachen für das Entstehen von Kohlenmonoxid können beispielsweise eine unsachgemäße oder unregelmäßige Wartung der Heizungsanlage, ein verstopfter Schornstein oder eine schlechte bzw. unsachgemäße Belüftung von Räumen, in denen Verbrennungsprozesse stattfinden, sein. Kommt es zu solchen Situationen, sind nicht nur die Bewohner der entsprechenden Häuser, sondern auch die Rettungskräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, die zur Hilfe eilen, in Gefahr. Das Tückische an dem farb-, geruch- und geschmacklosen Gas ist, dass man es nicht sieht oder riecht, es aber in kürzester Zeit Blut, Nerven und Zellen schädigt. Nach einer entsprechenden Unterweisung der Kameradinnen und Kameraden der drei Löschbezirke werden ab sofort die lebensrettenden Helfer auf den Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Püttlingen vorgehalten.