1946 bis 1999 – Technischer Fortschritt

Die Jahreshauptübung der Feuerwehr Püttlingen im Jahre 1961 wurde zur Sensation. Nicht ein mal die Übung selbst war die Sensation, denn diese verlief reibungslos und im weitere eigentlich ohne besondere Vorkommnisse. Bis ein „verletzter“ Feuerwehrmann über eine Leiter gerettet wurde. Die Sanitäter eilten mit einer Trage herbei, um den Feuerwehrmann zu versorgen. In diesem Moment überflog ein Hubschrauber der US Army in großer Höhe über den Schauplatz der Übung. Der Pilot sah die Einsatzkräfte und die Menschenmenge aus Einsatzkräften und Zuschauern rund um den Bahnhof und das Schwimmbad. Da er angenommen hat, es sei etwas geschehen, entschloss er sich zu landen. Der Offizier des Hubschraubers sprang in unmittelbarer Nähe zur „Brandstelle“ aus dem Hubschrauber und erkundigte sich, ob er mit seiner Maschine behilflich sein könne. Der Hubschrauber sei auf dem Weg nach Heidelberg und könnte Schwerverletzte schnell in eine Klinik bringen. Das Missverständniss konnte schnell aufgeklärt werden, aber so wurde diese Jahreshauptübung zur wahrscheinlich unvergesslichsten und spektakulärsten, die in Püttlingen jemals stattgefunden hat.

Mehr als 10 Jahre später, im Jahre 1974, gab es eine tiefgreifende Änderung in der Organisation der Feuerwehr Püttlingen. Durch die Gemeindegebietsreform, welche am 05.12.1973 beschlossen wurde, wurden die beiden Gemeinden Püttlingen und Köllerbach zur Stadt Püttlingen vereinigt. Im gleichen Zuge gab es auch nur noch die Feuerwehr der Stadt Püttlingen, mit den beiden Löschbezirken Püttlingen und Köllerbach. In einer ersten Hauptversammlung der Feuerwehr der Stadt Püttlingen am 08.09.1974, wurde der erste Wehrführer der Stadt Püttlingen gewählt. Ewald Rech, der Wehrführer aus Köllerbach, übernahm diesen Posten für zunächst 6 Jahre. Im zur Seite stand Alois Koch, aus Püttlingen als stellvertretender Wehrführer. Ewald Rech blieb bis ins Jahr 1985 im Amt des Wehrführers.

Im Jahre 1974 wurde eine echte Tradition des Löschbezirk Püttlingen geboren. Zum ersten mal fand das Waldfest auf dem Jungenwald statt.

Auch technisch gab es natürlich viele neue Entwicklungen aus dieser Zeit. Im Zeitraum von 1976 bis 1978 wurden alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit UKW-Funksprechgeräten ausgestattet. 1977 folgten dann auch 4 Handfunkgeräte zur Kommunikation an der Einsatzstelle. Bereits ein Jahr später wurde die Alarmierung per Funk eingeführt. Bereits im Jahr 1976 konnte eine hydraulische Drehleiter, DL22 der Firma Metz in Dienst gestellt werden.

Im Jahr 1978 fand der Löschbezirk Püttlingen eine neue Unterkunft. Diese Befand sich in der Bengeserstraße, auf dem Gelände des Bauhofs der ehem. Gemeinde Püttlingen. Wärend der Bauhof eine neue Unterkunft beim Rathaus in Köllerbach fand, übernahm der Löschbezirk Püttlingen dessen ehemalige Räumlichkeiten und baute diese entsprechend den Bedürfnissen der Feuerwehr um. Auch heute noch befindet sich der Löschbezirk in dem damals bezogenen Gerätehaus.

Im Jahr 1984 konnte ein neues Löschfahrzeug in Dienst gestellt werden. Dabei handelte es sich um das LF16, welches im Jahr 2012 außer Dienst gestellt wurde. Das Fahrzeug konnte die Schlagkraft der Wehr deutlich verbessern. Ersetzt wurde ein LF8, welches durch häufige Ausfallzeiten nur noch wenig im Einsatz war. Rund zwei Jahre später, konnte ein Vorausrüstwagen in Dienst gestellt werden. Das Fahrzeug stammt aus einer Sammelbestellung des Stadtverbands Saarbrücken und war zur technischen Hilfeleistung, vor allem bei PKW-Unfällen, beschafft worden. Es verfügte über einen eingebauten Stromerzeuger und ein Hydraulikaggregat, an dem Schere, Spreizer und Rettungszylinder betrieben werden konnten.

Mitte der 90er Jahre, gab es weitere Fortschritte bei der Technik. Erstmals wurden Feuerwehr-Überjacken aus der Aramidfaser „Nomex“ in einer Sammelbestellung des Regionalverbandes beschafft. DIes bedeutete eine große Verbesserung für die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen im Einsatz.

Auch im Bereich der Funktechnik gab es fortschritte: Es wurden erstmals digitale Meldeempfänger beschafft. Eine schon damals Richtungsweisende Technik, die heute in allen Landkreisen des Saarlandes zur Alarmierung eingesetzt wird.

Auch die Fahrzeuge wurden über die Jahre immer wieder an neue Gegebenheiten und Taktiken angepasst. So verschwand der Rettungssatz vom VRW und wurde auf dem LF16 verlastet. Damit stand für die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eine ganze Löschgruppe zur Verfügung. Damit konnte eine wesentliche Verbesserung bei den Hilfsfristen und der Zeit bis zur Rettung einer Person erreicht werden. Der Vorausrüstwagen wurde zu einem Kleineinsatzfahrzeug (KEF) umgebaut. Es diente fortan als Führungsfahrzeug und transportiert wichtige Hilfsmittel für die Einsatzleitung.