Über die Jahre hinweg hat der Löschbezirk Püttlingen das Gerätehaus immer weiter ausbauen und verbessern können. So gab es eine neue Garage für Kleinfahrzeuge, zusätzliche Umkleiden, unter anderem auch getrennte Umkleiden und Sanitäranlagen für weibliche Feuerwehrangehörige.

Die in die Jahre gekommene DL22 musste nach einem Defekt ersetzt werden. Erstmals kam der Löschbezirk Püttlingen so zu einer Drehleiter mit einem Rettungskorb. Das Fahrzeug wurde von der Feuerwehr Saarbrücken übernommen, war aber nur unwesentlich jünger als die bisher im Einsatz befindliche DL22. Das Fahrzeug wurde 1978 erstmals bei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken in dienst gestellt. Es wurde 1978 an den Löschbezirk Dudweiler der Feuerwehr Saarbrücken übergeben, von wo aus es anschließend zur Feuerwehr Püttlingen gelangte. Nach einem Defekt am Leiterpark und dem daraus resultierenden, wirtschaftlichen Totalschaden, musste das Fahrzeug im Oktober 2007 außer Dienst gestellt werden. In einem beispiellos schnellen Prozess, wurde ein Vorführfahrzeug der Firma Iveco-Magirus als Ersatz für die defekte Drehleiter beschafft. Nach erfolgter Ausbildung der Maschinisten, konnte das Fahrzeug im März 2008 in Dienst gestellt werden.

Auch bei der Schutzkleidung konnte nochmals aufgerüstet werden. Alle Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Püttlingen erhielten einen neuen Schutzanzug, der aus einer Überjacke und erstmals aus einer Überhose besteht. Damit sind auch nun die Beine der Atemschutzgeräteträger im Innenangriff optimal geschützt. Dabei wurden die alten „Stadtverbandsjacken“ ersetzt, die mitte der 90er Jahre beschafft wurden.

Im Mai 2012 konnte der Löschbezirk Püttlingen das Resultat von einer jahrelangen Arbeit in Empfang nehmen. Das HLF 20/16, welches das LF16 aus dem Jahr 1984 ersetzte, wurde akribisch über Jahre hinweg geplant. Herausgekommen ist ein Fahrzeug, dass über eine umfangreiche Beladung für Technische Hilfeleistungen aller Art verfügt und alles notwendige für einen erfolgreichen Löschangriff an Board hat. Das Fahrzeug ist der neue Allrounder im Löschbezirk und rückt bei allen Einsätzen als erstes Fahrzeug aus.

Der Schwerpunkt des Löschbezirks wurde in den letzten Jahren auf eine intensivere und bessere Ausbildung gelegt. Durch ein neues Ausbildungskonzept kann die Ausbildung über das Jahr hinweg für jeden Feuerwehrangehörigen individuell angepasst werden. In Modulen können so, entsprechend dem Ausbildungsstand, neue Kenntnisse vermittelt werden, oder vorhandene wieder aufgefrischt werden. Auch bei den Lehrgängen gab es mehr Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden des Köllertals. Die Lehrgänge finden so immer häufiger mit umliegenden Feuerwehren wie Riegelsberg, Heusweiler und der Feuerwehr Völklingen statt. So können die Kräfte der einzelnen Wehren effektiv gebündelt werden und die Wartezeiten zwischen den Ausbildungen reduziert werden.

Im Jahr 2013 konnte erstmals ein Lehrgang für Hubrettungsfahrzeuge mit dem Feuerwehrverband des Regionalverbands Saarbrücken durchgeführt werden. Die Schulung erfolgte dabei mit dem Ausbilderteam von Drehleiter.info. Die Zusammenarbeit war dabei so erfolgreich, dass diese Kooperation auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden wird.

Die Jahreshauptübung der Feuerwehr Püttlingen im Jahre 1961 wurde zur Sensation. Nicht ein mal die Übung selbst war die Sensation, denn diese verlief reibungslos und im weitere eigentlich ohne besondere Vorkommnisse. Bis ein „verletzter“ Feuerwehrmann über eine Leiter gerettet wurde. Die Sanitäter eilten mit einer Trage herbei, um den Feuerwehrmann zu versorgen. In diesem Moment überflog ein Hubschrauber der US Army in großer Höhe über den Schauplatz der Übung. Der Pilot sah die Einsatzkräfte und die Menschenmenge aus Einsatzkräften und Zuschauern rund um den Bahnhof und das Schwimmbad. Da er angenommen hat, es sei etwas geschehen, entschloss er sich zu landen. Der Offizier des Hubschraubers sprang in unmittelbarer Nähe zur „Brandstelle“ aus dem Hubschrauber und erkundigte sich, ob er mit seiner Maschine behilflich sein könne. Der Hubschrauber sei auf dem Weg nach Heidelberg und könnte Schwerverletzte schnell in eine Klinik bringen. Das Missverständniss konnte schnell aufgeklärt werden, aber so wurde diese Jahreshauptübung zur wahrscheinlich unvergesslichsten und spektakulärsten, die in Püttlingen jemals stattgefunden hat.

Mehr als 10 Jahre später, im Jahre 1974, gab es eine tiefgreifende Änderung in der Organisation der Feuerwehr Püttlingen. Durch die Gemeindegebietsreform, welche am 05.12.1973 beschlossen wurde, wurden die beiden Gemeinden Püttlingen und Köllerbach zur Stadt Püttlingen vereinigt. Im gleichen Zuge gab es auch nur noch die Feuerwehr der Stadt Püttlingen, mit den beiden Löschbezirken Püttlingen und Köllerbach. In einer ersten Hauptversammlung der Feuerwehr der Stadt Püttlingen am 08.09.1974, wurde der erste Wehrführer der Stadt Püttlingen gewählt. Ewald Rech, der Wehrführer aus Köllerbach, übernahm diesen Posten für zunächst 6 Jahre. Im zur Seite stand Alois Koch, aus Püttlingen als stellvertretender Wehrführer. Ewald Rech blieb bis ins Jahr 1985 im Amt des Wehrführers.

Im Jahre 1974 wurde eine echte Tradition des Löschbezirk Püttlingen geboren. Zum ersten mal fand das Waldfest auf dem Jungenwald statt.

Auch technisch gab es natürlich viele neue Entwicklungen aus dieser Zeit. Im Zeitraum von 1976 bis 1978 wurden alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit UKW-Funksprechgeräten ausgestattet. 1977 folgten dann auch 4 Handfunkgeräte zur Kommunikation an der Einsatzstelle. Bereits ein Jahr später wurde die Alarmierung per Funk eingeführt. Bereits im Jahr 1976 konnte eine hydraulische Drehleiter, DL22 der Firma Metz in Dienst gestellt werden.

Im Jahr 1978 fand der Löschbezirk Püttlingen eine neue Unterkunft. Diese Befand sich in der Bengeserstraße, auf dem Gelände des Bauhofs der ehem. Gemeinde Püttlingen. Wärend der Bauhof eine neue Unterkunft beim Rathaus in Köllerbach fand, übernahm der Löschbezirk Püttlingen dessen ehemalige Räumlichkeiten und baute diese entsprechend den Bedürfnissen der Feuerwehr um. Auch heute noch befindet sich der Löschbezirk in dem damals bezogenen Gerätehaus.

Im Jahr 1984 konnte ein neues Löschfahrzeug in Dienst gestellt werden. Dabei handelte es sich um das LF16, welches im Jahr 2012 außer Dienst gestellt wurde. Das Fahrzeug konnte die Schlagkraft der Wehr deutlich verbessern. Ersetzt wurde ein LF8, welches durch häufige Ausfallzeiten nur noch wenig im Einsatz war. Rund zwei Jahre später, konnte ein Vorausrüstwagen in Dienst gestellt werden. Das Fahrzeug stammt aus einer Sammelbestellung des Stadtverbands Saarbrücken und war zur technischen Hilfeleistung, vor allem bei PKW-Unfällen, beschafft worden. Es verfügte über einen eingebauten Stromerzeuger und ein Hydraulikaggregat, an dem Schere, Spreizer und Rettungszylinder betrieben werden konnten.

Mitte der 90er Jahre, gab es weitere Fortschritte bei der Technik. Erstmals wurden Feuerwehr-Überjacken aus der Aramidfaser „Nomex“ in einer Sammelbestellung des Regionalverbandes beschafft. DIes bedeutete eine große Verbesserung für die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen im Einsatz.

Auch im Bereich der Funktechnik gab es fortschritte: Es wurden erstmals digitale Meldeempfänger beschafft. Eine schon damals Richtungsweisende Technik, die heute in allen Landkreisen des Saarlandes zur Alarmierung eingesetzt wird.

Auch die Fahrzeuge wurden über die Jahre immer wieder an neue Gegebenheiten und Taktiken angepasst. So verschwand der Rettungssatz vom VRW und wurde auf dem LF16 verlastet. Damit stand für die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eine ganze Löschgruppe zur Verfügung. Damit konnte eine wesentliche Verbesserung bei den Hilfsfristen und der Zeit bis zur Rettung einer Person erreicht werden. Der Vorausrüstwagen wurde zu einem Kleineinsatzfahrzeug (KEF) umgebaut. Es diente fortan als Führungsfahrzeug und transportiert wichtige Hilfsmittel für die Einsatzleitung.

Durch die neue Feuerpolizeiverordnung, wurde die Feuerwehr Püttlingen mit dem Datum vom 19.12.1907 vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz offiziell als Freiwillige Feuerwehr anerkannt.

Vier Jahre später, erhielten die Feuerwehrmänner einheitliche Drillich-Hosen. Die übrigen Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände wurden ergänzt. Im gleichen Jahr erfolgte außerdem die Inbetriebnahme der zentralen Wasserversorgung des Ortes. Damit ging eine erhebliche Steigerung der Einsatzfähigkeit einher. Und auch ein weiterer Schwachpunkt der Struktur wurde beseitig. Der durch die Höhenlage schwierig zu erreichende Ortsteil Ritterstraße, bekam seine eigene Löschabteilung. Sie bestand aus 25 Feuerwehrmännern.

Aufgrund des 1. Weltkrieges, zählte die Feuerwehr Püttlingen zum 01.01.1918 nur noch 64 Feuerwehrmänner.

In der Zwischenzeit wurde in der Völklingerstraße, auf dem Gelände des Bauhofs der Gemeinde Püttlingen, ein neues Gerätehaus errichtet. Das Gebäude war mit einem markanten Schlauchturm ausgestattet. Auch der Fortschritt beim feuerwehrtechnischen Gerät machte sich weiter bemerkbar. Inzwischen konnte auf motorisierte Löschfahrzeuge zurückgegriffen werden. Auch sonst verbesserte sich die Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehr weiter. Zum 01.01.1931 konnte die Feuerwehr Püttlingen ganze 148 Mitglieder in seinen Reihen zählen.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr allerdings erneut sehr stark gehemmt. Nach alten Akten wurde am 11.09.1943 ein LF15 in Dienst gestellt. Da der Treibstoff für Fahrzeuge und Pumpen sehr knapp war, bestand zeitweise Übungsverbot. Die Fahrzeuge und Geräte durften nur im Ernstfall zum Einsatz gebracht werden. Viele der Püttlinger Bürger waren zu dieser Zeit zum Notdienst bei der Feuerwehr verpflichtet. Bei einem Fliegeralarm mussten sich die Helfer im Rathaus sammeln. Von 1941 bis hin zum Kriegsende bestand außerdem eine Jugendgruppe in der Feuerwehr. Diese „Feuerwehr-HJ“ war ca. 20 Mann stark und rückte zusammen mit den zum Notdienst verpflichteten Helfern aus.

Der Brandschutz in den Kinderschuhen

Die Organisation des Brandschutz- oder Feuerlöschwesens im Saarland, reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Eine Weiterentwicklung des Brandschutzes fand erst während der Industrialisierung des Saarlandes statt. In den 1880er und 1890er Jahren, wurden die meisten der heute bestehenden, Freiwilligen Feuerwehren ins Leben gerufen.

Zu dieser Zeit gehörte die damalige Ortschaft Püttlingen noch zum Bügermeisterbezirk Völklingen. So ist auch eine Beschaffung einer Feuerspritze durch den damaligen Völklinger Bürgermeister Carl Kungel im Jahre 1830 überliefert. Es wurde eine vierrädrige Druckspritze des Herstellers Druckenmüller zu einem Preis von 230 Talern beschafft. Die Lieferung des Gerätes erfolgte allerdings erst 3 Jahre später.

Mehr als 30 Jahre später überliefert eine Urkunde vom 12.12.1863, die Lieferung einer weiteren Feuerspritze für den Ort Püttlingen. Diese wurde durch den Völklinger Bürgermeister Kühlwein bei einer Aachener Firma in Auftrag gegeben:

… Für die Gemeinde Püttlingen habe ich eine zweirädrige Feuerspritze zu beschaffen, wie Sie deren bereits drei für meine Bürgermeisterei, nämlich Fürstenhausen, Wehrden und Rockershausen, bereits 1860 geliefert haben. Ich will Ihnen auch diese Spritze zu demselben Preis in Bestellung geben, wenn Sie sie bald liefern können und bitte auf derselben den Namen „Püttlingen“ anzubringen…

Der Spritzenwagen wurde im alten „Spritzenhaus“ in der unteren Bengeserstraße untergebracht. Das Spritzenhaus diente dabei aber nicht nur als Herberge für das Feuerlöschgerät, sondern wurde auch als Unterbringung festgenommener Landstreicher, Bettler und sonstiger Krimineller dienen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das saarländische Feuerlöschwesen von seiten des Staates zunehmend gesteuert und neu organisiert. In der Folge wurden auch die ersten Freiwilligen Feuerwehren im Saarland gegründet.

Die Gründungsjahre

So auch in Püttlingen. Nach einer vorausgehenden, öffentlichen Bekanntmachung, fand am 15. August 1882 im Lokal Baldes die Gründungsveranstaltung für die Freiwillige Feuerwehr Püttlingen statt. Rund 30 Männer, meist Handwerker und Gewerbetreibende, erschienen zur Gründung.

Erster Vorsitzender des Brandkorps und Mitgründer, wurde der damalige Püttlinger Bürgermeister Pickard. Die erste Dienstordnung der Freiwilligen Feuerwehr Püttlingen wurde am 17. September 1882 erlassen. Am 4. Dezember des gleichen Jahres, wurde die Dienstordnung von der königlichen Regierung, Abteilung des Inneren, in Trier genehmigt.

Die Mitglieder der Feuerwehr waren zunächst nur durch Armbinden gekennzeichnet. Sie hatten einen monatlichen Beitrag von 20 Pfg. zu zahlen, mit dem die Kosten für die Anfertigung der damaligen Drillich-Anzüge finanziert wurde. Wegen fehlender Zuschüsse der Gemeinde, musste die Feuerwehr ihre Bekleidungskosten selbst aufbringen. Lediglich für die Unterhaltung der Feuerspritze gab es einen jährlichen Zuschuss von 15 Mark für die Feuerwehrkasse.

Die Arbeit der Feuerwehr war damals sicherlich keine Leichte. Die Spritzenwagen mussten mühsam mit Ledereimern aus dem Köllerbach und seinen Seitenbächen oder aus den Dorfbrunnen gefüllt werden. Wasserleitungen gab es damals noch nicht.

Die Alarmierung der Feuerwehr und Anwohner erfolgte damals über Hornbläser, bis die Sturmglocke der Pfarrkirche im Ortsteil Berg den Ausbruch eines Feuers verkündete. Alle, die den Feueralarm gehört haben, machten sich dann auf den Weg zum Spritzenhaus. Von dort aus mussten dann die Spritzenwagen, der Schlauch- und Eimerwagen und der Leiter- und Gerätewagen von Hand zur Einsatzstelle gezogen werden. Dort warteten meist die Knaben der oberen Schulklassen, zusammen mit hilfsbereiten Nachbarn, um eine Eimerkette vom nächsten Brunnen oder Gewässer bilden zu können.

Waren die Wasserentnahmestellen zu weit entfernt, mussten die Spritzen zunächst zur nächsten Wasserentnahmestelle gezogen werden. Aufgrund der schlechten Straßen, schwappte das Wasser oft wieder aus den Löschwasserbehältern. Ein spezielles Problem hatte der Ortsteil Ritterstraße. Bedingt durch seine hohe Lage und einen entsprechend beschwerlichen Anmarschweg für Mensch und Material, gab es dort oft bei der Ankunft nichts mehr zu löschen.

Während die Feuerwehr in Püttlingen zu ihrer Gründung nur 26 Mitglieder zählen konnte, war zum 17.01.1886 im Beschlussbuch des Feuerwehrkoprs Püttlingen bereits die Rede von 42 Mitgliedern.

Im Mai 1894 wurde das Püttlinger Brandschutzkorps Mitglied im Feuerwehrverband der Rheinprovinz.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen gerne die Geschichte zum Löschbezirk Püttlingen etwas näher bringen. Dazu begeben wir uns zu den Wurzeln der Feuerwehr Püttlingen, die sich bereits im 19. Jahrhundert wiederfinden. In dieser Chronologie können Sie den Wandel vom Löscheimer bis zu den heutigen, mordernen Fahrzeugen und Geräten mitverfolgen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen, und hoffen, einen Teil der Geschichte unserer Stadt zu erhalten.