Kurz nach dem Jahreswechsel wurde die Feuerwehr Püttlingen am Neujahrstag um 00:20 Uhr mit Vollalarm für alle drei Löschbezirke mit dem Stichwort “Brand 5 – Wohngebäudebrand” in die Schulstraße im Stadtteil Köllerbach alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war für die Kräfte ein deutlicher Feuerschein sichtbar.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Dachstuhl des Anbaus bereits in Vollbrand und war so weit fortgeschritten, dass der Dachstuhl bereits vollkommen eröffnet war. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf das gesamte Dachgeschoss übergegriffen. Umgehend wurden mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zur Innen- und Außenbrandbekämpfung eingesetzt.
Die Bewohner des betroffenen Gebäudes konnten sich selbstständig und unverletzt in Sicherheit bringen. Insgesamt wurden sechs Personen durch den Rettungsdienst gesichtet und betreut.
Um eine Brandbekämpfung im Dachbereich des Hauptgebäudes durchführen zu können, wurde über die Drehleiter die Dachhaut geöffnet. Die Brandbekämpfung erfolgte anschließend sowohl über das Wenderohr der Drehleiter als auch mit C-Rohren im Innenangriff sowie B- und C-Rohren im Außenangriff. Das Nachbargebäude wurde während der gesamten Löscharbeiten fortlaufend mittels Wärmebildkamera kontrolliert. Ein Brandübergriff konnte erfolgreich verhindert werden. Kurzzeitig musste der Einsatz unterbrochen werden, da der Verdacht auf Munitionsfunde bestand. Nach entsprechender Abklärung konnten die Löscharbeiten fortgesetzt werden.
Zur Unterstützung waren zusätzlich die Feuerwehr Riegelsberg mit einem Löschfahrzeug aus dem Löschbezirk Walpershofen sowie die Feuerwehr Völklingen mit einem Löschfahrzeug, einer Drehleiter, einem Gerätewagen Atemschutz (GW-A) und weiterem Personal im Einsatz.

Erschwert wurden die Arbeiten durch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, wodurch wegen des gefrierenden Löschwassers teilweise Glättegefahr bestand. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs streuten die Einsatzstelle ab, um die Gefahr zu beseitigen. Durch Mitarbeiter des Strom- und Wasserversorgers, wurde das Gebäude vom Stromnetz getrennt und die Wasserzufuhr abgestellt, da durch die Brandeinwirkung auch Wasserleitungen im Gebäude beschädigt wurden. Zwischenzeitlich war der gesamte Straßenzug Stromlos.
Im Einsatzverlauf konnte das Tanklöschfahrzeug und die Drehleiter des Löschbezirk Püttlingen aus dem Einsatz herausgelöst werden und eine Einsatzbereitschaft im Gerätehaus Püttlingen hergestellt werden.

Auch mehrere Haustiere waren vom Brandereignis betroffen und wurden zwischenzeitlich vermisst. Die Unterbringung der Bewohner erfolgte vorübergehend bei Verwandten. Der Rettungsdienst wurde durch das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverein Friedrichsthal, mit einem Rettungswagen des Ortsvereins Quierschied aus dem Einsatz herausgelöst.
Nach mehr als zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle. Es schlossen sich umfangreiche Nachlöscharbeiten an, die sich bis in die frühen Morgenstunden hinzogen. Der Einsatz der Feuerwehr konnte gegen 06:30 Uhr beendet werden. Der Löschbezirk Köllerbach führte am frühen Nachmittag eine Brandnachschau durch. Im weiteren Verlaufe des Tages wird das Gebäude durch den Bauhof gesichert.
Die Einsatzkräfte vor Ort wurden mit Heißgetränken aus dem Löschbezirk Köllerbach versorgt und in den Gerätehäusern verpflegt.
Durch den hohen Materialverbrauch bedingt durch den Bedarf an Atemschutzgeräten, Schlauchmaterial und die angefallene, kontaminierte Einsatzkleidung, wird die Einsatznachbereitung auch die kommenden Tage durch die ehrenamtlichen Gerätewarte viele Stunden an Arbeit in Anspruch nehmen.
Während des Einsatzes wurde durch die Feuerwehr Riegelsberg ebenfalls eine Einsatzbereitschaft hergestellt. Parallel zum Einsatz in der Schulstraße gab es einen weiteren Einsatz in der Schillerstraße in Köllerbach, wobei eine Mülltonne an einer Hausfassade in Brand geriet. Dieser Einsatz wurde dankenswerterweise durch die Feuerwehr Riegelsberg abgearbeitet.
Insgesamt waren zeitweise rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und Polizei vor Ort. Bürgermeisterin Denise Klein und der Regionalverbands-Brandinspekteur Tony Bender machten sich vor Ort an der Einsatzstelle ein Bild der Lage.





