Am Samstag, den 5. September 2026, fand eine gemeinsame Übung der drei Löschbezirke Püttlingen, Köllerbach und Herchenbach statt. Als Übungsobjekt stand den Einsatzkräften das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Strauß zur Verfügung, das sich derzeit im Abriss befindet und damit vielfältige Möglichkeiten für ein anspruchsvolles Übungsszenario bot.
Alarmierung zunächst aufgrund von Gasgeruch
Ausgangspunkt der Übung war zunächst die Meldung über Gasgeruch auf dem Gelände. Mehrere Kinder sollten sich dort zum Spielen aufgehalten und den Geruch bemerkt haben. Daraufhin wurde zunächst der Löschbezirk Püttlingen mit dem Stichwort „ ABC Messen” alarmiert. Noch während der Anfahrt gingen weitere Meldungen ein: Nach einer angenommenen Gasexplosion war es zu einem Gebäudeeinsturz und mehreren Bränden gekommen. Das Einsatzstichwort wurde daraufhin auf „Brand 5“ erhöht und weitere Kräfte nachalarmiert.
Beim Eintreffen wurden die Einsatzkräfte von einem der Kinder in Empfang genommen. Dieses berichtete, dass sich vier weitere Kinder noch auf dem weitläufigen Gelände befanden und vermisst wurden. Damit lag der Schwerpunkt des Einsatzes unmittelbar auf der Suche und Rettung der Vermissten. Parallel mussten mehrere durch die Explosion entstandene Brände bekämpft werden.
Vier Vermisste – vier unterschiedliche Rettungsszenarien
Die vier vermissten Personen waren von den Übungsverantwortlichen in ganz unterschiedlichen Zwangslagen platziert worden. Ein Kind war unter einer schweren Betonmauer verschüttet und musste mithilfe des batteriebetriebenen, hydraulischen Kombigerätes des Löschbezirks Köllerbach befreit werden.
Eine weitere Person war eingeklemmt und hatte sich dabei eine Pfählungsverletzung zugezogen. Bevor die eigentliche technische Rettung beginnen konnte, mussten sich die Einsatzkräfte zunächst mittels Haligan-Tool einen Zugang durch eine verschlossene Tür schaffen. Anschließend konnte auch hier das hydraulische Kombigerät zur Befreiung eingesetzt werden.
Eine besondere Herausforderung stellte die Rettung eines Kindes aus einem nur schwer zugänglichen Kellerbereich dar. Aufgrund eines angenommenen Beinbruchs war eine Rettung über den regulären Zugang nicht möglich. Die Person wurde daher mit einer sogenannten Rettungswindel gesichert und mithilfe der Drehleiter aus dem Keller gerettet.
Das vierte vermisste Kind befand sich im verrauchten Werkstattbereich eines brennenden Gebäudes. Einsatzkräfte gingen unter schwerem Atemschutz zur Personensuche vor und konnten das Kind schließlich aus dem Gefahrenbereich retten. Gleichzeitig liefen an mehreren Stellen auf dem Gelände die erforderlichen Löscharbeiten.
Beengte Platzverhältnisse als zusätzliche Herausforderung
Neben den unterschiedlichen Einsatzlagen stellte auch das Übungsobjekt selbst hohe Anforderungen an die Koordination der Kräfte. Insbesondere die beengten Platzverhältnisse erschwerten die Aufstellung der Einsatzfahrzeuge und machten eine frühzeitige Planung der benötigten Flächen und Zufahrtswege erforderlich.
Vor Ort konnte die Feuerwehr zudem zahlreiche Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung begrüßen, die die gemeinsame Übung der aktiven Einsatzkräfte verfolgten.
Positives Fazit nach anspruchsvoller Übung
Nach Abschluss aller Aufgaben konnte ein positives Fazit gezogen werden. Das besondere Übungsobjekt ermöglichte es, zahlreiche Einsatzsituationen aus den Bereichen Brandbekämpfung, Menschenrettung und Technische Hilfeleistung unter realitätsnahen Bedingungen gemeinsam zu trainieren.
Ein besonderer Dank gilt der Familie Strauß sowie der Firma Michaely für die Bereitstellung des Geländes und die Möglichkeit, die ehemalige Gärtnerei vor ihrem weiteren Abriss für diese umfangreiche Übung nutzen zu können.







